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A-Player finden: Wie du ein hochperformantes Team aufbaust

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Von
Dominic Schulz

Hat nicht jeder Unternehmer diesen Wunsch: Mitarbeiter finden, die starke Leistungen bringen, mit Leidenschaft dabei sind UND menschlich perfekt ins Team passen. Leider sieht die Realität häufig anders aus: Fehlbesetzungen, die Zeit, Geld und Nerven kosten. Wie also findet man Ausnahmetalente, die eine echte Bereicherung fürs Team sind? Die Antwort lautet: Topgrading! Die Topgrading-Methode wurde von Bradford D. Smart entwickelt und hilft Unternehmen dabei, A-Player einzustellen und ein hochperformantes Team aufzubauen.

Was sind A-Player?

Der Begriff „A-Player“ wird häufig als Buzzword verstanden - beschreibt aber schlicht die besten Mitarbeiter eines Teams: Menschen, die leistungsstark, hochmotiviert und ideal passend zu den Werten eines Unternehmens sind. Das Besondere an ihnen ist die Kombination aus zwei Faktoren: 

  • Sie liefern hervorragende fachliche Ergebnisse UND 
  • teilen die Werte und die Kultur eines Unternehmens.

Für Unternehmen ist das ein echter Gewinn, da sie mit diesen Leuten weit gehen und erfolgreich ihre Ziele erreichen können. 

Die Topgrading-Matrix: Wo stehen deine Talente?

Um ein hochperformantes Team aufzubauen, musst du die Qualitäten deiner Mitarbeiter kennen und die Leistung und Passung deiner neuen Bewerber realistisch einschätzen können. Die Topgrading-Matrix hilft dir, die Leistung und das Potenzial deiner Mitarbeiter und Bewerber ehrlich einzuordnen. 

Stell dir ein Koordinatensystem vor: Auf der x-Achse steht die Produktivität und auf der y-Achse die Werte deiner Mitarbeiter und Kandidaten. Daraus lassen sich nun 4 Gruppen einteilen. 

  • A-Player: Das sind die Mitarbeiter, die sowohl eine hohe Produktivität und Leistung erbringen als auch eine hohe Werte-Passung haben. Das ist der Idealzustand! Diese Mitarbeiter benötigst du, um voranzukommen. Das heißt: Du musst neue Mitarbeiter basierend auf fachlicher UND Werte-Passung auswählen und bestehende A-Player unbedingt fördern und halten.
  • B-Player: Mitarbeiter, die eine hohe Werte-Passung haben, aber in Bezug auf Leistung und Produktivität noch ausbaufähig sind. Sie haben ein solides Grundgerüst un dkönnen durch Coaching zu echten A-Playern werden.
  • C-Player (Niedrige Wertepassung, hohe Produktivität/Leistung): Diese Mitarbeiter sind oft der größte Störfaktor fürs Team. Vorsicht! Laut Topgrading-Philosophie sollten sie zügig ausgetauscht werden - in manchen Fällen hilft auch eine Warnung und anschließende engmaschige Beobachtung, wie sie sich entwickeln.
  • D-Player: Mitarbeiter mit niedriger Wertepassung und niedriger Produktivität/Leistung: Sie können eine Belastung fürs Arbeitsklima und den Fortschritt eines Unternehmens sein und das ganze Teams behindern. 

So findest du A-Player mit der Topgrading-Methode

Die Topgrading-Methode ist ein klarer Auswahl- und Interview-Prozess, bei dem am Ende nur die besten Talente herausgefiltert werden. Der Prozess besteht insgesamt aus vier Schritten:

Die vier Schritte im Topgrading

  1. Scorecards

Anstelle klassischer Stellenausschreibungen werden sogenannte Job Scorecards erstellt. Sie enthalten ganz konkrete Ziele, die ein Kandidat erreichen soll, sowie die wichtigsten Kompetenzen für die Rolle.

  1. Die virtuelle Bank

Laut der Topgrading-Methode solltest du dir möglichst viele Kandidaten anschauen (Pipeline von mehr als 20 Kandidaten pro Position). Auf Basis der Scorecards kannst du sie vergleichen. Statt nur auf Jobbörsen zu setzen, solltest du dein eigenes Netzwerk nutzen, um eine “virtuelle Bank“ mit potenziellen A-Playern aufzubauen.

  1. Screening Prozess

Im Screening-Prozess wird die Kandidatenzahl Schritt für Schritt reduziert - erst durch die Lebenslauf-Auswahl, danach durch Telefoninterviews, bis nur noch die besten Kandidaten übrig bleiben.

  1. WHO-Interwiew

Im anschließenden WHO-Interview werden die Kandidaten chronolgisch entlang ihrer beruflichen Laufbahn befragt. Die Geschichte eines Kandidaten gilt als einer der besten Indikatoren für zukünftige Leistung. Zusätzlich werden Referenzen eingeholt, um ein möglichst vollständiges Bild zu bekommen. Am Ende gibt es eine ausfühliche Bewertung anhand der Scorecards, um die übrigend Kandidaten klar einzuordnen.

Das Topgrading-Interview

Das Top-Grading-Interview dauert  länger als die meisten anderen Interviews: Der Ansatz unterscheidet sich von klassischen Interviews, weil er extrem biografisch und evidenzbasiert ist: Man schaut chronologisch und systematisch auf die gesamte Karriere, nicht nur auf den letzten Job.

Der Prozess besteht typischerweise aus drei Phasen. 

Zunächst gibt es ein Screening-Interview, um schnell zu verstehen, ob ein Kandidat grundsätzlich passt. Danach folgt das ausführliche Who-Interview, das tief in die bisherigen Stationen eintaucht. Abschließend werden strukturierte Referenzgespräche mit Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern geführt, um Eindrücke zu validieren. 

Warum sich der Aufwand lohnt

Dieser Ansatz funktioniert, weil er echte Leistung sichtbar macht, mehrere Perspektiven einbezieht und nicht auf Einzelfragen oder Bauchgefühl setzt. Dadurch sinkt das Risiko von Fehlbesetzungen erheblich.

Manche scheuen die Zeit für diesen intensiven Prozess. Doch wer am Anfang spart, zahlt später drauf. Experten schätzen die Kosten einer Fehlbesetzung auf das 4- bis 15-fache des Jahresgehalts. Eine sorgfältige Auswahl ist also die beste Versicherung gegen teure Fehler.

Fazit: Qualität nach dem Prozess sicherstellen

Um die Qualität dauerhaft sicherzustellen, solltest du Recruiting als fortlaufenden Qualitätsprozess verstehen. Miss die Werte (Kultur-Fit) und die Produktivität (anhand von Kennzahlen wie OJRs – Objective Job Results) und etabliere eine ehrliche Feedback-Kultur. Nur wer weiß, wo er steht, kann über sich hinauswachsen.  Ein hochperformantes Team ist kein Zufallsprodukt. Es ist das Ergebnis eines Systems, das auf Fakten und Tiefe setzt statt auf bloßes Bauchgefühl. Investiere die Zeit am Anfang in die Auswahl der A-Player, damit du sie später nicht in die Schadensbegrenzung stecken musst.

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